Mein KI-Agent wird langsam zu dem Admin, den ich mir immer gewünscht habe

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Als ich angefangen habe, meinen eigenen KI-Agenten zu bauen, hatte ich eigentlich nur ein Ziel:

Ich wollte keinen Chatbot.

Ich wollte einen Administrator.

Nicht jemanden, der auf jede Anweisung mit fünf Rückfragen antwortet, sondern einen Assistenten, der meine Infrastruktur versteht, Zusammenhänge erkennt und Aufgaben möglichst selbstständig erledigt.

Mittlerweile fühlt es sich tatsächlich so an, als würde ich mit einem Kollegen zusammenarbeiten.


Die ersten Wochen waren… chaotisch

Die Idee klang einfach.

„Ich verbinde einfach ein Sprachmodell mit meinen APIs.“

In der Praxis sah das natürlich anders aus.

Mal funktionierte die Kommunikation mit Proxmox nicht richtig, dann machte die PBS-API Probleme, anschließend wollte Wiki.js nicht so, wie ich wollte. Zwischendurch kamen Kleinigkeiten dazu, an die man vorher überhaupt nicht denkt.

Aber genau das gehört wohl dazu.

Mit jeder gelösten Baustelle wurde der Agent ein kleines Stück intelligenter.


Das größte Problem waren gar nicht die APIs

Überraschenderweise waren die Schnittstellen gar nicht die größte Herausforderung.

Das eigentliche Problem war das Verhalten des Modells.

Viele KI-Agenten haben die Angewohnheit, jede Kleinigkeit bestätigen zu lassen.

„Soll ich das wirklich machen?“

„Möchtest du fortfahren?“

„Darf ich jetzt den nächsten Schritt ausführen?“

Das mag in manchen Situationen sinnvoll sein.

Mich hat es irgendwann einfach nur noch genervt.

Deshalb habe ich die Arbeitsweise komplett geändert.

Wenn eine Aufgabe eindeutig ist und keine Gefahr besteht, arbeitet der Agent einfach los.

Er analysiert die Situation, führt die notwendigen Schritte aus und meldet sich erst wieder, wenn es tatsächlich etwas zu berichten gibt.

Genau so wünsche ich mir einen Assistenten.


Mittlerweile kennt er meine Infrastruktur ziemlich gut

Inzwischen spricht der Agent direkt mit einem großen Teil meines Homelabs.

Er kennt meine Proxmox-Cluster, den Backup-Server, Jellyfin, Radarr, Sonarr, Seerr, Plesk, Wiki.js, KaraKeep, Immich und einige weitere Dienste.

Der große Unterschied ist aber:

Er kennt nicht nur einzelne APIs.

Er versteht auch, wie die Systeme zusammenhängen.

Dadurch werden Antworten deutlich hilfreicher als reine Statusmeldungen.


Dokumentation passiert inzwischen fast nebenbei

Eines meiner Lieblingsfeatures ist mittlerweile die automatische Infrastruktur-Dokumentation.

Der Agent aktualisiert mein Wiki selbstständig und erkennt Veränderungen innerhalb meiner Umgebung.

Wenn beispielsweise eine neue VM entsteht, sich Hardware-Zuweisungen ändern oder sich Backup-Statistiken verändern, landen diese Informationen automatisch in meiner Dokumentation.

Früher habe ich mir oft vorgenommen, die Dokumentation „später“ zu aktualisieren.

Wie das meistens endet, kennt wahrscheinlich jeder.


Der Modellwechsel hat einen riesigen Unterschied gemacht

Im Laufe der Entwicklung habe ich verschiedene Modelle ausprobiert.

Erst dadurch wurde mir bewusst, wie stark das verwendete Modell den gesamten Agenten beeinflusst.

Mit dem aktuellen Modell arbeitet der Agent deutlich zuverlässiger, versteht komplexere Zusammenhänge besser und kann längere Aufgaben wesentlich stabiler abarbeiten.

Man merkt erst beim täglichen Einsatz, wie wichtig dieser Unterschied tatsächlich ist.


Ich merke langsam, dass daraus mehr wird

Ursprünglich war das Ganze nur als kleines Homelab-Projekt gedacht.

Mittlerweile nutze ich den Agenten fast täglich.

Nicht weil es besonders spektakulär ist.

Sondern weil er mir tatsächlich Arbeit abnimmt.

Viele kleine Aufgaben, die früher mehrere Minuten oder verschiedene Browser-Tabs benötigt haben, erledigt er inzwischen in wenigen Augenblicken.


Was als Nächstes kommt

Der Agent soll noch deutlich mehr Verantwortung übernehmen.

Ich möchte ihn Schritt für Schritt zu einem echten Infrastruktur-Assistenten ausbauen.

Auf meiner Liste stehen unter anderem:

  • automatische Infrastruktur-Audits
  • intelligentere Fehleranalyse
  • Wartungsassistenten
  • Unterstützung bei Deployments
  • noch tiefere Integration in mein eigenes Proxmox-Kundenpanel
  • bessere proaktive Hinweise statt reiner Statusmeldungen

Fazit

Wenn mir vor ein paar Monaten jemand gesagt hätte, dass ich irgendwann mit einer KI über meine komplette Infrastruktur spreche und sie selbstständig Dokumentation schreibt, Backups analysiert und meine Systeme versteht, hätte ich wahrscheinlich gelacht.

Heute gehört genau das zu meinem Alltag.

Und ehrlich gesagt macht es unglaublich Spaß zu sehen, wie aus einer einfachen Idee nach und nach ein Werkzeug entsteht, das ich tatsächlich produktiv nutzen kann.

Ich bin gespannt, wo die Reise in den nächsten Monaten hingeht.

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